ASMR – Das Kribbeln im Kopf

Noch nie habe ich darüber nachgedacht, oder etwa in Erwägung gezogen, mit mehr Menschen als meiner Frau darüber zu sprechen. Und nun, mit einundvierzig Jahren entdecke ich diesen Artikel über ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) und fühle mich verstanden.

Endlich.

Das Kribbeln im Kopf, das ich schon seit Kindheitstagen in manchen Situationen empfinde – und sehr genieße – hat tatsächlich einen Namen.

Hallo, Ally…!

Mehr Achtsamkeit

Da ist er wieder, der letzte Tag im Jahr. Eigentlich nur ein 31. Dezember wie viele andere. Aber auch in diesem Jahr bleibt zwischen den Jahren die Zeit für Gedanken. Zeit zum Nachdenken über die Lieben, die einen umgeben und über sich selbst. Was dabei auch in diesem Jahr überwiegt, ist der Wunsch nach mehr Achtsamkeit, nach mehr selbst zugestandener Zeit um das eigene Leben zu genießen.

AchtsamkeitDenn gerade in diesem Jahr habe ich zu oft abends oder am Wochenende „noch mal ganz kurz“ das berufliche Notebook hochgefahren und dabei Lebenszeit durch Arbeitszeit ersetzt. Manchmal für wichtige Dinge, klar. Aber manchmal eben auch für triviale Kleinigkeiten, die zwar gemacht werden müssen, aber niemandem so richtig weiterhelfen. Die subjektiv gefühlte Verpflichtung dazu war immer da – ob ich wollte oder nicht. Und auch wenn ich in der Regel nicht der Typ für klassische gute Vorsätze bin, so möchte ich doch in Zukunft sehr dringend meinem Wunsch nach mehr Achtsamkeit nachkommen, damit mehr Zeit für die Familie bleibt. Denn Familienzeit ist Quality Time und damit gut oder besser: sehr gut verbrachte Lebenszeit.

Hin und wieder denke ich, wir leben nach Werten und für Werte, die uns vergessen lassen, dass es kein zweites Leben gibt, das wir dann aktivieren, wenn das auf die Werte bezogene Leben seinen Dienst getan hat. Nein, mehr Achtsamkeit schreibe ich mir auf meine Fahne für 2015. Achtsamkeit für Kleinigkeiten des Alltags. Achtsamkeit für Familie und Freunde. Achtsamkeit für mich. Und wenn nicht Achtsamkeit, dann auf jeden Fall Dankbarkeit. Das ist relativ einfach machbar, wie es Bruder David Steindl-Rast mit seinen drei dafür wichtigen Punkten Stopp – Look – Go! beschreibt.

In diesem Sinne: Lasst uns öfter achtsam, dankbar und mit Wahrnehmung im Leben sein. Guten Rutsch und vor allem: gutes Gelingen!

Bildquelle: Death To The Stock Photo

Verlangen und Befriedigung

Du wachst auf. Die Sinne beginnen ihren Dienst. Das Verlangen nach der beinahe schönsten Sache der Welt ist riesig. Dein Körper bebt förmlich und schreit nach Befriedigung eines Triebes, der tief im inneren unaufhörlich ruft.

Wie lange ist es her, das letzte Mal? Ein paar Stunden, oder Tage? Es spielt keine Rolle, du brauchst es wieder. Jetzt. Am Morgen. Am besten gleich mehrmals hintereinander.

Und dann machst du es. Hemmungslos, schnell, leidenschaftlich. Du lehnst dich wenige Minuten später zufrieden zurück, auch wenn alles wieder schneller zu Ende ging, als dir lieb ist. Du bist befriedigt.

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Die Zeit bis zur ersten Tasse Kaffee des Tages ist das Verlangen. Die Brühung und der erste Schluck ist die Befriedigung. Und es ist jedes Mal so schnell vorbei.

Therapie

Ich trinke zuviel Kaffee. Diese Diagnose kann ich mir leicht selbst stellen. Als Therapie trinke ich ab sofort nach der vierten Tasse Kaffee am Tag ein Glas Wasser, sobald bei mir die Lust nach Koffein aufkommt.

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Das klappt ganz prima. Mindestens so gut wie die Sache mit dem Kaugummi anstelle einer Zigarette.

Nicht.

Wo kaufe ich dann die Strümpfe?

Ich lebe in einer Kleinstadt. Das tat ich bisher immer. Früher war in einer Kleinstadt alles schön. Heute werden die Innenstädte leerer.

Auch in meiner jetzigen kleinen Heimatstadt ist das jetzt so. Das Kaufhaus Hibbe mit einer über hundertjährigen Tradition musste seine Türen für immer schließen.

Warum das so kam und wo wir in Neustadt jetzt unsere Strümpfe kaufen, steht in einem aufschlussreichen Artikel in der Zeit.

Jetzt, um 8.30 Uhr, da sich die Türen öffnen und zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig Kunden an Klaus Hibbe vorbei ins Kaufhaus drängen, grußlos, mit grimmigen Schnäppchenjägergesichtern. „Wenn ihr alle früher mal gekommen wärt“, flüstert Hibbe.

So beginnt der erste der letzten Tage. Mit 20 Prozent auf alles.

Ich lebe in einer Kleinstadt.

Anarchie

Eine der jüngsten Haushalts-Investitionen ist eine neue Waschmaschine. Die Hinweise „Vor der ersten Inbetriebnahme“ in der Bedienungsanleitung habe ich aus verschiedenen Gründen ignoriert.

Dadurch wurde das Öko-Ventil eventuell nicht aktiviert! Dafür wurde bereits im ersten Durchlauf Wäsche gewaschen.

Leben am Limit!

Schäme dich nicht!

Weihnachten mit kleinen Kindern bedeutet ja auch immer eine Art Rückkehr in die eigene Vergangenheit, bzw. die Erinnerung an die Spielzeugwelt, in der man als Kind selbst gerne lebte. Die Begegnung mit Playmobil® ist so eine Rückkehr.

schoener-wohnen

Ich hatte am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages die freudige Aufgabe, den Artikel 5302 (Puppenhaus, groß, 433 Teile) des in Zirndorf ansässigen und weltbekannten Spielzeugprofis aufzubauen.

Neben dem nicht unangenehmen Effekt der Erinnerung an die eigenen Erfahrungen mit den lebensnah gestalteten Kunststoffspielsachen stellte sich mir schnell eine weitere, für den Verlauf des Vormittags sehr wichtige Frage: Warum werden die für den Zusammenbau benötigten Teile nicht in dem Bauabschnitt entsprechenden Tütchen verpackt, sondern auf den ersten Blick verwirrend getrennt voneinander? Und ihr wisst wie es ist: Als Twitterer stellt man sich diese Frage nicht nur selbst, sondern gleich dem Internet:

Und wie es so ist mit dem Internet, erhält man natürlich auch eine Antwort aus dem Internet Frankenland:

Gut, klingt ja auch logisch. Wahrscheinlich benötigt es einfach nur etwas Erfahrung, um ein solch umfangreiches Projekt bautechnisch auf die Beine zu stellen. Etwa eineinhalb Stunden veranschlagt der Hersteller für die Errichtung des neuen Mehrgenerationen-Hauses. „Nun ja“, dachte ich, „Was sagt Playmobil im Internet wohl dazu?“

Man liest es schon aus der Fragestellung heraus: So ganz angenehm war es mir nicht, „etwas“ hinter der Vorgabe zu liegen. Doch die Antwort aus Zirndorf machte schließlich meinen Tag:

Da stand es: Kein Grund sich zu schämen. Alles war gut und mit den letzten Bauteilen (die Schneegitter auf dem Dach) stellte sich auch ohne Rekordzeit das wohlige Gefühl des Erfolges ein. Ich hatte etwas geschaffen, das einen Sinn hatte. Die Tochter (3) dankte es mit sofortigem, gedankenverlorenem Spiel im mehrstöckigen Polyoxymethylen-Neubau für die Playmobilfamilie.

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Es war ein frohes Fest. Ganz ohne Scham.

Völlerei und Anatomie

Eine Geburtstagsfeier. Mit einem Festmahl: Es gab Schweinshaxen mit Grillkartoffeln an Sauerkraut. Quasi als Vorspeise zu Eiscreme, Torte und Schnittchen.

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Obwohl ich es nicht unbedingt wollte, konnte ich nicht anders und musste beim Zerlegen der Haxe die ganze Zeit daran denken, dass sich Schweine und Menschen sehr ähnlich sind, vor allem anatomisch.

Ein seltsames Gefühl, zugegeben. Aber es schmeckte dennoch.