Meine kleiner drei Jahreszeit

Ich mag (<3) die goldene Herbstzeit. Viele Menschen lieben fast ausschließlich den Sommer, andere bevorzugen den Winter z.B. wegen des Wintersports.

Ich mag den beginnenden Herbst.
Ich mag die milde, wärmende aber nicht brennende Herbstsonne.
Ich mag die kühle, frische Luft am Morgen.
Ich mag die langsam zur Ruhe kommende Natur.

Im Herbst gehen Dinge zu Ende und gleichzeitig beginnt Neues.

Mein 9/11

Natürlich weiß ich noch, wo ich am 11. September 2001 war. Dem Tag, den wir kurz und praktisch als 9/11 bezeichnen. Ich war in Frankfurt am Main. Beruflich.

Bei einer Werbeagentur in Frankfurt-Bockenheim nahm ich Anpassungen für verschiedene Bedruckstoffe an einem Farbproofsystem vor. Die Zeit verging – aus Vormittag wurde Mittag, aus Mittag wurde früher Nachmittag.

Dann stoppte die Arbeit

So ziemlich genau beim Einschlag des zweiten Flugzeugs in das World Trade Center wollte ich den Geschäftsführer über den Stand der Dinge unterrichten. Doch der hatte daran gar kein Interesse mehr.

„Ach, der Herr Bamberg hat auch noch Probleme…“,

rief er in bester hessischer Mundart. Der Fernseher lief. Die Mitarbeiter starrten auf den Bildschirm, waren verwirrt, geschockt. Mir dämmerte, dass die an diesem Tag geleistete Arbeit keine wirklich wichtige Rolle mehr spielte. Ohnmacht, Unverständnis, Nachrichten, Spekulationen und eine gewisse Surrealität gaben den ungewohnten Mix der Emotionen.

Das Radio als Fenster zur Welt

Ich wohnte seinerzeit in Bamberg und machte mich mit dem Auto auf den Weg dorthin. Unterwegs – im Radio – überschlugen sich die Meldungen im Minutentakt. Ich saugte die Nachrichten in mich auf, mit jeder Viertelstunde wurde der medial verstärkte Eindruck von einem drohenden Weltuntergang größer. Es gab keine Smartphones, das Radio war die Quelle der Wahl für Autofahrer, was Nachrichten anging. Und die Mobilfunknetze waren ähnlich überlastet wie sonst nur in der Silvesternacht.

Die Fahrt zog sich ungewöhnlich lange hin, obwohl ich heute nicht mehr sagen kann, wie lange. Zuhause angekommen unterstrichen die TV-Nachrichten das per Radio erlebte Szenario mit den bekannten, schrecklichen Bildern. Immer wieder, stundenlang. Der Rest ist Geschichte.

Es war ein Tag, den auch ich nicht vergessen werde. Seit elf Jahren nicht.

Neuer Rhythmus

Die Übergangsphase von Urlaub zu Alltag. Alles fühlt sich neu und wehmütig zugleich an. Allein schon das Tragen langer Hosen ist nach zweiwöchiger Shortsperiode eine schwerwiegende Umstellung. 
Ich habe meinen an Wochentagen wiederkehrenden Weckalarm wieder aktiviert. Ab nächster Woche sorgt erneut die vom Alltag bestimmte Technik für den gesteuerten Schlaf-Wach-Rhythmus. Diese Aufgabe wurde in den letzten beiden Wochen sehr zufriedenstellend vom Kleinkind übernommen.

Guten Morgen, Alltag!
Packen wir’s an. Schließlich braucht der Mensch seinen geregelten Ablauf. Ob er nun will oder nicht.