Gerüstet für Weihnachten

Es beginnt. Jetzt.
In einem Monat und ein paar wenigen Stunden ist es soweit und wir werden das große Fest der Liebe feiern. Und natürlich feiern wir damit auch wiederholt die Geburt von Jesus Christus. So lautet zumindest die Botschaft, die uns die Industrie, der Einzelhandel und die Medien einzureden versuchen.
Es beginnt wie jedes Jahr mit dem „viel zu früh“ einsetzenden Verkauf von Schoko-Weihnachtsmännern, Spekulatius und Lebkuchen über den man sich schon wie automatisch beschwert.

Wie selbstverständlich finden wir jedes Jahr quasi als erster Hörer den Moment, wenn irgendein Radiosender damit anfängt, „Last Christmas“ zu spielen. Ganz zu Schweigen von den obligatorischen Weihnachtsmarkt-Besuchen mit Crêpes, Glühwein und drohendem Verlust der Fahrerlaubnis – alles im Small-Talk peinlich genau abgearbeitet. Natürlich leiden alle Beteiligten mehr oder weniger gleichermaßen an der schier unerträglichen Last, diese vielen Geschenke kaufen zu müssen.
Und bei all dem sollen wir denken: „Das ist Weihnachten. Herrlich.“
Ich kann verstehen, dass viele Unternehmen mit dieser falschen, konsumgetriebenen Maskerade einer längst nicht mehr gläubigen Gesellschaft den größten Umsatz des Jahres machen. Aber eben weil das so ist und die Firmen das jedes Jahr aufs Neue gesteigert immer wieder tun wollen, ist es so schlimm wie es ist. Besinnung, Bescheidenheit und Konzentration auf das Wesentliche fallen da schwer. Zu mächtig scheinen die Kräfte der millionenschweren Werbeetats, die verzweifelte oder teils auch clevere Konzerne aufstellen, um uns Verbraucher in ihren jeweiligen Bann zu ziehen.
Den inneren Frieden und vielleicht sogar den eigentlichen Sinn von Weihnachten findet derjenige, dem es genügt, wenn man in diesen stillen, heiligen Nächten ein leckeres Essen, ein gutes Glas Wein und etwas Gemütlichkeit dazu nutzt, ein stilles Gebet zu finden.
Es beginnt. Jetzt. Die Armee der Schokoladen-Weihnachtsmänner steht bereit. Friede sei mit euch.
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