Schäme dich nicht!

Weihnachten mit kleinen Kindern bedeutet ja auch immer eine Art Rückkehr in die eigene Vergangenheit, bzw. die Erinnerung an die Spielzeugwelt, in der man als Kind selbst gerne lebte. Die Begegnung mit Playmobil® ist so eine Rückkehr.

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Ich hatte am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages die freudige Aufgabe, den Artikel 5302 (Puppenhaus, groß, 433 Teile) des in Zirndorf ansässigen und weltbekannten Spielzeugprofis aufzubauen.

Neben dem nicht unangenehmen Effekt der Erinnerung an die eigenen Erfahrungen mit den lebensnah gestalteten Kunststoffspielsachen stellte sich mir schnell eine weitere, für den Verlauf des Vormittags sehr wichtige Frage: Warum werden die für den Zusammenbau benötigten Teile nicht in dem Bauabschnitt entsprechenden Tütchen verpackt, sondern auf den ersten Blick verwirrend getrennt voneinander? Und ihr wisst wie es ist: Als Twitterer stellt man sich diese Frage nicht nur selbst, sondern gleich dem Internet:

Und wie es so ist mit dem Internet, erhält man natürlich auch eine Antwort aus dem Internet Frankenland:

Gut, klingt ja auch logisch. Wahrscheinlich benötigt es einfach nur etwas Erfahrung, um ein solch umfangreiches Projekt bautechnisch auf die Beine zu stellen. Etwa eineinhalb Stunden veranschlagt der Hersteller für die Errichtung des neuen Mehrgenerationen-Hauses. „Nun ja“, dachte ich, „Was sagt Playmobil im Internet wohl dazu?“

Man liest es schon aus der Fragestellung heraus: So ganz angenehm war es mir nicht, „etwas“ hinter der Vorgabe zu liegen. Doch die Antwort aus Zirndorf machte schließlich meinen Tag:

Da stand es: Kein Grund sich zu schämen. Alles war gut und mit den letzten Bauteilen (die Schneegitter auf dem Dach) stellte sich auch ohne Rekordzeit das wohlige Gefühl des Erfolges ein. Ich hatte etwas geschaffen, das einen Sinn hatte. Die Tochter (3) dankte es mit sofortigem, gedankenverlorenem Spiel im mehrstöckigen Polyoxymethylen-Neubau für die Playmobilfamilie.

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Es war ein frohes Fest. Ganz ohne Scham.

Schrecksekunde oder Luxusproblem?

Jeder, der Apples iPhone 4 oder auch 4S nutzt, weiß um die Zerbrechlichkeit der aus Glas gefertigten Vorder- und Rückseite des heiß geliebten, täglich genutzten Smartphones. Aus genau diesem Grund dürfte auch fast jeder Besitzer eines solchen Geräts die ein oder andere Schutzhülle für selbiges gekauft haben. So auch ich. Mehrere sogar. 
Wie es aber oft ist, verlieren solche Schutzuntensilien schnell des Reiz des Neuen und man lässt sie gerne wieder in der Schublade. „Sie tragen zuviel auf“ oder „Hüllen sind Staubfänger“ sind dann die Argumente. 
Und die Erfahrung zeigt ja auch, dass selbst ohne Schutzhülle das iPhone einen Sturz oder Schlag durchaus unbeschadet überstehen kann. Vielleicht auch zwei oder drei Stürze. Gestern allerdings erlebte ich meine persönliche Schrecksekunde, als mir das geliebte Gadget beim Bücken aus der Brusttasche fiel: Fallhöhe  knapp ein Meter, Untergrund Asphalt (ein Parkplatz). Das Gerät lag auf dern Frontseite, Scherben und Glasstaub waren zu sehen. Beim Umdrehen dann der schlimme Moment: 
Die fehlende Glasabdeckung gibt den Blick ins Innere frei
Ein Totalschaden der Glasabdeckung! Alles andere war weiterhin voll funktionsfähig. Mich durchfuhr nur ein relativ kleiner, kurzer Adrenalinstoß und ein einziges, leises „Sch…“ krächzte aus dem erkälteten Hals hervor. Ich war selbst verwundert über meine Gelassenheit. Ich war allerdings auch spät dran auf dem Weg zur Arbeit – Schauplatz des Geschehens war der Parkplatz eines Bäckers. Mit einem „Das kriegen wir schon wieder hin“ im Hinterkopf fuhr ich ins Büro.
Nach kurzen Telefonaten mit T-Mobile („Sie können Ende Februar Ihren Vertrag verlängern. Warten Sie halt 25 Tage.“) und einem Besuch der Supportseiten von Apple („Mit Apple Care geht es Ihnen viel besser“)  blieb mir nur die Suche nach einer iPhone-Reparaturwerkstatt, obwohl ich solchen Geschäften immer skeptisch gegenüber stand. Mit der I-S-H Hannover fand ich aber einen Partner, der mir schnell und kompetent helfen konnte. Und obwohl die an diesem Tage erwartete Lieferung der neuen iPhone 4 Displays erst gegen halb sechs Uhr bei I-S-H eintraf, konnte man das Display noch am gleichen Tag austauschen. 
Preis für den Displaytausch: 129,00 Euro. Gewonnene Erfahrung, was den Sinn von Schutzhüllen bei Smartphones aus Glas angeht: unbezahlbar. Als Alternative wäre nur ein Austausch über Apples Kundenservice oder T-Mobile selbst möglich gewesen. Beides hätte allerdings mehrere hundert Euro gekostet und auch etwa eine Woche lang ein Leben ohne Smartphone bedeutet. Ausgeschlossen. 
Ich lasse mich jetzt selbst überraschen, wie lange denn meine Schutzhüllen-Phase dauern wird… Denn natürlich war mir auch vor dem gestrigen Tag bewusst, dass eine Brusttasche durchaus ein gefährlicher Aufbewahrungsort ist. 

Update (05.02.2012):
Die Hülle ist schon wieder runter, aber immerhin durch den Bumper von Apple ersetzt. Ich sag‘ ja: Luxusprobleme… 

Nur Hipster können Gratis-Schuhbänder tragen!

Ich habe gestern meine erste Bestellung von Zalando erhalten. Von der ungewöhnlichen Zusage eines Gratis-Schuhbands mit der Lieferung war ich sehr angetan.

Und durch diesen mutigen Farbmix von braunen Schuhen und grünen Bändern wird man ja quasi gezwungen, wie ein Hipster rumzulaufen. Oder sind es Hippies…?

Entschuldigung, ich bin Kassenpatient

Ein Erlebnisbericht 
„Man wird nicht jünger“, dachte ich mir mit meinen 38 Jahren, und so entschloss ich mich, mein Krampfaderleiden behandeln zu lassen. Vererbte Bindegewebeschwäche und mir schon lange bekannt. Meine einzigen Arztbesuche in den letzten Jahren bestanden allerdings aus regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt. Durch meinen Plan, die Krampfadern operieren zu lassen, sollte ich innerhalb weniger Wochen unser wunderbares Medizinsystem näher kennen lernen. 
„Ihre Karte bitte“
Vorweg noch zur Erklärung: Ich bin Kassenpatient und habe keine Beziehung zu einem Hausarzt, was – wie ich erfahren habe – in unserem Gesundheitssystem mehr oder weniger vorausgesetzt wird. Die Tatsache, dass ich Kassenpatient bin, hilft mir im Nachhinein, einige Zusammenhänge besser zu verstehen. Glaube ich zumindest.

Aber der Reihe nach. Wie bekommt man nach der selbst gestellten Diagnose Krampfadern (Varikosis) Einlass in ein Krankenhaus, um selbige operativ entfernen zu lassen? 

Du brauchst einen Hausarzt
Nach einigen Telefonaten wusste ich also, dass ich eine Überweisung vom Hausarzt zu einem Facharzt benötige. Dieser Facharzt könnte mich dann mit seiner Diagnose in die chirurgische Ambulanz des Krankenhauses überweisen. Aha, ein Hausarzt. „Wer wird dein Hausarzt“, fragte ich mich, und suchte mir einen Allgemeinmediziner anhand einiger Tipps aus meiner Familie. Gesagt, getan: Eine Überweisung wurde gegen Zahlung der üblichen Praxisgebühr ausgestellt. Keine langen Fragen, Keine Untersuchung. Einfach so. 
Wandmalerei beim Facharzt
Beim Facharzt für Dermatologie und u.a. auch Venenerkrankungen sollte ich dann nach ein paar ober-flächlichen Untersuchungen zweierlei bekommen: Zum einen die Erfahrung, dass dieser medizinische Spezialist in seiner neuen Praxis eingerichtet ist wie ein Schönheits-Chirurg à la Nip-Tuck. Zum anderen wurden mir Termine für Untersuchungen gegeben, die – als ich sie antrat – als „zeitlich ja nicht so passend“ bezeichnet wurden! Und wer mich kennt, weiß, dass ich es unglaublich gerne habe, wenn ich für Dinge Zeit opfere, die offensichtlich Unsinn sind. Ein weiteres Abenteuer gab es dann nach der ersten von zwei Operationen, aber dazu später mehr. 
Ohne Scheine läuft hier nichts
Zunächst bekam ich meinen angestrebten Überweisungsschein. Die Untersuchung durch den Gefäßspezialisten im Krankenhaus ging schnell, erschien mir effektiv und ergab zwei Operationstermine für jeweils ein Bein im Herbst dieses Jahres. „Wunderbar“, dachte ich und freute mich, dieses leidige und lange prokrastinierte Thema endlich in Angriff genommen zu haben. Die medizinische Bürokratie war es, die mich dann schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Im Krankenhaus bekam ich vorausschauender Weise ein Rezept für die nach den Eingriffen notwendigen Oberschenkel-Kompressionsstrümpfen. 
Und jetzt kam, was mich selbst heute noch aufregt: Die Strümpfe sollte man erst kurz vor der geplanten Operation anpassen, heißt es im Sanitätshaus. Das Rezept ist dann allerdings nicht mehr gültig. „Ein neues Quartal, verstehen Sie?“. Ja, natürlich, kein Problem. Zu gegebener Zeit melde ich mich also wieder beim neu gewonnen Hausarzt wegen des neuen Rezepts. Schicken sie sogar Post an mich – super! Schließlich habe ich ja auch wieder zehn Euro Praxisgebühr entrichtet. Für das Krankenhaus benötige ich eine Überweisung, die mir der Facharzt ausstellt. Damit ich mir diese Überweisung bei Nip-Tuck abholen darf, benötige ich – Na? – Richtig: eine Überweisung vom Hausarzt. Eine Telefoniererei und Rennerei, die ich persönlich für übertrieben und nutzlos halte. 
Werden Kassenpatienten differenziert behandelt? 
Aus dem Anästhesie-Fragebogen
Mittlerweile habe ich im Abstand von sieben Wochen beide Eingriffe hinter mich gebracht. Was den Umgang mit Patienten durch meine Freunde bei Nip-Tuck und darüber hinaus die Weitergabe von Informationen an unmittelbar Betroffene – wie z.B. die Patienten selbst – angeht, stelle ich mir die Frage, ob es nicht wirklich einen großen Unterschied zwischen Kassenpatienten und privat Versicherten gibt. 
Nach dem ersten Eingriff hieß es beispielsweise, das die Fäden nach einer Woche gezogen werden sollen. Beim Schönheits-Chirurgen Facharzt wollte man sich dieser niederen Arbeit nicht hingeben, denn das „sei schließlich Sache des Hausarztes“ und darüber hinaus werden die Fäden nicht nach etwa einer Woche, sondern nach 12 Tagen gezogen. Ach so. Und deswegen bin ich jetzt hier? Extra her gefahren vom Büro mit Bergen von Arbeit, die erledigt werden wollen? Gut, ich mache einen neuen Termin. Ich habe ja jetzt immerhin einen Hausarzt. 
Bei den Informationen wie z.B. die über den Operationsverlauf, – nach einer durchgeführten Operation am Gefäßsystem für den Betroffenen nicht uninteressant – bin ich überzeugt, dass Kassenpatienten irgendwo in den Papieren einen Stempel tragen: „Holschuld“ steht da drauf, glaube ich. Dieser Eindruck entstand überwiegend durch die Erlebnisse rund um den zweiten Eingriff: 
Während der Vorsorgeuntersuchung stellt man beim Ultraschall eine Veränderung der Kniekehlenvene (Vena poplitea) fest. Es könne durch das geweitete Gefäß im schlimmsten Fall zu Thrombosen oder gar einer Lungenembolie kommen, erfahre ich. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) soll Klarheit schaffen. Den Termin dafür gibt es gleich am nächsten Morgen, kurz vor der OP. Abgesehen davon, dass so etwas unangenehm ist und der Radiologe scheinbar leichte Koordinationsschwierigkeiten hatte, brachte ich auch das hinter mich. Auf nüchternen Magen wohlgemerkt. Danach noch ein kurzes Gespräch mit der Assistenzärztin: „Wir operieren beide Venen – hinten und vorne“. Ich befinde das in diesem Moment für gut, weil dann alles sozusagen geklärt ist. Also ab in die narkosebedingte Bewusstlosigkeit… 
Die Holschuld liegt offensichtlich beim Patienten
Wieder erwacht, heißt es wieder von der Assistenzärztin, die hintere Vene wurde doch nicht operiert. Aha. Über einen Grund hierzu gibt es keine weitere Auskunft. „Gut, das erklären sie dir dann im Entlassungsgespräch“, denke ich. Denkste. Zu dritt liegen wir im Vierbettzimmer und warten auf eine Begutachtung und ein Gespräch zum OP-Verlauf durch den operierenden Arzt. „Der hat gerade Sprechstunde“, sagt man uns. Wir warten. Spät an Nachmittag kommt dann ein völlig unbeteiligter und von den Stationsschwestern gerufener Unfallchirurg ins Zimmer. Sagen kann er uns nichts, denn er sei ja nicht dabei gewesen. Aber Geschichten hat er drauf, der junge Kerl. Toll, wirklich toll. Wir also raus aus dem Zimmer, Papiere in die Hand und ab nach Hause. 
Einige Tage später möchte ich dann doch wissen, was denn nun mit meinem Bein ist und melde mich in der Sprechstunde des Operateurs. „Fragen Sie doch mal Ihren Hausarzt oder kommen Sie als Notfall vor der eigentlichen Sprechstunde vorbei.“, sagen sie mir. Das mache ich. Man hätte im Team die Bilder aus der Phlebographie begutachtet und sich gegen eine operative Behandlung der Kniekehlenvene entschieden. „Wenn dort ein Eingriff notwendig gewesen wäre, hätte ich Sie sowieso nach Hamburg zum bundesweit anerkannten Spezialisten der Uniklinik geschickt!“, sagt mir der gute Mann. „Aber man hat Ihnen bei der Entlassung doch mitgeteilt, dass Sie sich in einem halben Jahr noch einmal zur Untersuchung vorstellen sollen, oder?“, fügt der Herr Doktor dann noch hinzu. Ich denke: „Nein, hat man nicht, lieber Herr Doktor, denn es gab ja kein Entlassungsgespräch…“. 
Was bleibt, ist das angenehme Gefühl aus der Narkose zu erwachen 
Ich notiere mir also diese Untersuchung im Kalender für 2012. Da bleibe ich dran. Vielleicht frage ich sogar bei meinem neuen Freund, dem Hausarzt, den Einblick in den ausführlichen OP-Bericht an. Was mir im Nachhinein bleibt, ist eine Erkenntnis. Die Erkenntnis darüber, dass man sich auch hierbei um manche Dinge besser selbst kümmert und sich nicht auf andere verlässt. Beim Gedanken an die von mir in den letzten 22 Jahren gezahlten Krankenkassenbeiträge wird mir zwar etwas schwindelig, das hat aber keinen medizinischen Hintergrund. Ansonsten behalte ich aus dieser Reihe an Erlebnissen gerne das angenehme Gefühl in Erinnerung, völlig gedanken- und sorgenfrei aus der Narkose erwacht zu sein und für einen Moment das Leben auf das Wesentliche konzentriert zu haben: Eben am Leben zu sein. Einatmen, ausatmen. 
In diesem Sinne: Gute Besserung! 

    Leben mit Menschen. Und die Folgen.

    Ich habe nie wirklich einer Wohngemeinschaft gelebt. Nur einmal, für ein Jahr als einer von zwei Untermietern im Haus einer älteren Dame. Lief alles reibungslos. 
    Die WG-Bewohner unter Euch werden als Reaktion auf das Folgende wahrscheinlich nur kurz mit der Schulter zucken, für mich allerdings ist das … naja, unverständlich. Dort, wo ich zur Arbeit gehe, teilen wir uns in der Gemeinschaftsküche einen Kühlschrank. Genau gesagt sogar zwei. 
    Ich nutze diese Kühlmöglichkeit für die Aufbewahrung einer Packung Streichbutter (mit Olivenöl) und eines kleinen Vorrats an Naturjoghurt-Bechern. Es gibt regelmäßig zwei Auslöser, die mich dazu bringen, den sonstigen Kühlschrankinhalt mal genauer zu untersuchen: 
    1. Auffallend unangenehmer Geruch 
    2. Wachsende Platznot aufgrund sich stapelnder Lebensmittelverpackungen mit zweifelhaftem Inhalt
    Heute war es wieder soweit – eine kleine Schale mit Untertasse als Deckel zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Eigentlich wusste ich schon vor Abnehmen der Untertasse, was mich erwartet. Aber seht selbst: 
    Ist schon lecker, oder? Ich will mich in keiner Weise darüber beschweren, solche Dinge finden zu müssen. Dieses leckere Mahl ist auch eher die Ausnahme unter den „Wie-wirkt-sich-das-abgelaufene-MHD-auf-meine-Lebensmittel-aus?“-Experimenten.  
    Alles kein Drama. Die eigentliche Besitzerin des „CousCous aus der Vergangenheit“ meldete sich auch schon eine halbe Stunde, nachdem ich das Foto rumgeschickt hatte. 😉 
    Ja, ich bezeichne mich selbst als pedantisch, ordnungsliebend und aufräumsüchtig. Manche nennen mich sogar schon „Monk“.

    Warte, vielleicht liegt darin das Problem…?