Gerüstet für Weihnachten

Es beginnt. Jetzt.
In einem Monat und ein paar wenigen Stunden ist es soweit und wir werden das große Fest der Liebe feiern. Und natürlich feiern wir damit auch wiederholt die Geburt von Jesus Christus. So lautet zumindest die Botschaft, die uns die Industrie, der Einzelhandel und die Medien einzureden versuchen.
Es beginnt wie jedes Jahr mit dem „viel zu früh“ einsetzenden Verkauf von Schoko-Weihnachtsmännern, Spekulatius und Lebkuchen über den man sich schon wie automatisch beschwert.

Wie selbstverständlich finden wir jedes Jahr quasi als erster Hörer den Moment, wenn irgendein Radiosender damit anfängt, „Last Christmas“ zu spielen. Ganz zu Schweigen von den obligatorischen Weihnachtsmarkt-Besuchen mit Crêpes, Glühwein und drohendem Verlust der Fahrerlaubnis – alles im Small-Talk peinlich genau abgearbeitet. Natürlich leiden alle Beteiligten mehr oder weniger gleichermaßen an der schier unerträglichen Last, diese vielen Geschenke kaufen zu müssen.
Und bei all dem sollen wir denken: „Das ist Weihnachten. Herrlich.“
Ich kann verstehen, dass viele Unternehmen mit dieser falschen, konsumgetriebenen Maskerade einer längst nicht mehr gläubigen Gesellschaft den größten Umsatz des Jahres machen. Aber eben weil das so ist und die Firmen das jedes Jahr aufs Neue gesteigert immer wieder tun wollen, ist es so schlimm wie es ist. Besinnung, Bescheidenheit und Konzentration auf das Wesentliche fallen da schwer. Zu mächtig scheinen die Kräfte der millionenschweren Werbeetats, die verzweifelte oder teils auch clevere Konzerne aufstellen, um uns Verbraucher in ihren jeweiligen Bann zu ziehen.
Den inneren Frieden und vielleicht sogar den eigentlichen Sinn von Weihnachten findet derjenige, dem es genügt, wenn man in diesen stillen, heiligen Nächten ein leckeres Essen, ein gutes Glas Wein und etwas Gemütlichkeit dazu nutzt, ein stilles Gebet zu finden.
Es beginnt. Jetzt. Die Armee der Schokoladen-Weihnachtsmänner steht bereit. Friede sei mit euch.

Das Lustigste an XING ist der SPAM!

Immer, wenn es mal gerade nichts zu lachen gibt, kommt eine Email-Benachrichtigung von XING mit einer neuen Mitteilung von Norbert Kloiber
Der Herr Kloiber ist nämlich so nett, mich in diesem Businessnetzwerk immer wieder unaufgefordert per Email auf seine lebensverbessernden Ideen und Ansätze hinzuweisen. Ich danke ihm dafür. 
Heute: 
Das ZP Prinzip – “Wie Sie das Doppelte in der Hälfte der Zeit erledigen”

Eine kurze Google-Recherche ergibt dann wenig überraschend: Das kostenlose Webinar hängt irgendwie mit seinem Kumpel Eugen Simon zusammen, der auf seiner Webseite einige Kuriositäten zum Thema „Gedankendoping“ u.a. als Bücher, Audio/Video bis hin zu sehr kostenintensiven Seminaren anbietet. 
Wahrscheinlich sind beide – durch naive Käufer dieser „Produkte“ – mittlerweile steinreich. 
Verrückte Welt. 

    Und täglich grüßt die Profitgier!

    Fast jeden Tag das gleiche Spiel: Auf mehr oder weniger legalen Wegen bereichern sich Menschen ohne Rücksicht auf Verluste.
    Da regt man sich beispielsweise über Herrn Dr. Biner Bähr auf, den Insolvenzverwalter des Unternehmens TelDaFax. So soll er doch tatsachlich unrechtmäßige „Abzockerverträge“ bei geprellten Kunden eintreiben. – Wer will es ihm verdenken, schließlich hat er sein Handwerk in der Uni gelernt.
    Oder die umstrittenen Ministerpensionen der kürzlich gescheiterten Jamaika-Koalition im Saarland. Nach zwei Jahren stehen den ausgeschiedenen Ministern die entsprechenden Pensionen zu. Sicherlich: die 1.700 Euro monatlich ab dem 60. Lebensjahr klingen nicht nach sonderlich viel. Dennoch muss jeder Normalverdiener lange daran stricken, um solche Bezüge zu generieren. Und oben drauf bekommen die Kurzzeit-Minister auch noch 152.000 Euro Übergangsgeld innerhalb von zwei Jahren.
    Wer das zahlt ist klar, nicht wahr?
    Und dennoch frage ich mich als Steuerzahler, ob ich nicht genauso die Hand aufhalten würde, hätte ich die Gelegenheit dazu.

    Der Geist der Weihnacht

    Weihnachten wird unterm Baum entschieden
    Mit diesem Slogan wirbt Einzelhändler Media Markt für seinen Weihnachts-Umsatz. Da ich ohnehin kein Freund dieses aus meiner Sicht sinnlosen Konsumterrors bin, stößt mich genau diese Art der Werbung besonders ab. 
    Großes Kino für kleine Leute?
    Ist denn Weihnachten nicht schon genug bestimmt von Geschenken von und für Freunde und Verwandte? Ich habe heute Morgen über diesen Tweet von Sachar Kriwoj einen Artikel der Welt Online gefunden und war vor allem von der Reaktion aus dem Hause Media Markt überrascht: 

    Uns ist bewusst, dass unsere Spots nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtereignis des Weihnachtsabends zeigen und wir den eigentlichen Anlass des Weihnachtsfestes, die frohe Botschaft von Jesu Geburt, nicht vollumfänglich darstellen können. 

    Das sorgt für mich persönlich nur für noch mehr Ablehnung gegen die blinkende, piepende, auf Primärreize ansprechende Marketingstrategie der Handelsketten innerhalb der Metro Group. „Geiz ist geil“ und „Ich bin doch nicht blöd“ waren da nur der Anfang. 
    In diesem Sinne: frohes Fest alle zusammen!