Der Tod ist groß

Wir hasten durchs Leben. Der Beruf scheint uns das Wichtigste auf der Welt zu sein. Materielle Dinge bestimmen unser Handeln. Erfolg, dauernde Beschäftigung und Zielstrebigkeit sind Maßstäbe, an denen wir uns gerne messen lassen und auch andere danach beurteilen.

Einzig der Tod kann uns bremsen, so meinen wir. Denn es sind oft die Nachrichten über das plötzliche Sterben eines uns bekannten Menschen, die uns innehalten lassen. Die Verhältnisse im Leben werden scheinbar wieder gerade gerückt, und sei es nur für ein paar Stunden.

Schlußstück

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Dann grübeln wir, reden uns ein, ab jetzt bewusster und gelassener zu leben. Bleiben ruhig für Minuten, Stunden. Und springen doch schnell wieder auf: um weiter zu hasten.